Snowflake + AWS: 6-Mrd-Deal für KI-Cloud

Snowflake + AWS: 6-Mrd-Deal für KI-Cloud

Die Cloud-Welt bebt: Snowflake hat einen spektakulären Deal über 6 Milliarden Dollar mit Amazon Web Services (AWS) abgeschlossen. Das Unternehmen stockt damit seine langjährige Partnerschaft massiv auf – und setzt gleichzeitig auf Amazons eigene KI-Chips. Was das für die Zukunft des Cloud-Computing bedeutet und warum der Deal ein Wendepunkt sein könnte, erfahren Sie in unserem aktuellen IT-News-Update vom 27. Mai 2026.

Snowflake stockt AWS-Partnerschaft auf 6 Milliarden auf

Snowflake, einer der führenden Anbieter für Cloud-Datenplattformen, hat am 27. Mai 2026 eine fünfjährige Vereinbarung mit Amazon Web Services bekanntgegeben. Der Deal umfasst 6 Milliarden US-Dollar und ist damit mehr als doppelt so hoch wie die vorherige Vereinbarung aus dem Jahr 2023, die noch bei 2,5 Milliarden Dollar lag.

Der Vertrag sieht vor, dass Snowflake über fünf Jahre hinweg durchschnittlich 1,2 Milliarden Dollar pro Jahr bei AWS ausgibt – für Cloud-Speicher, Computing-Power und KI-Dienste. Bei seinem Börsengang 2020 hatte Snowflake eine erste Vereinbarung über 1,2 Milliarden Dollar mit einem noch ungenannten Cloud-Provider (später als Amazon bestätigt) offengelegt. Damals waren 350 Millionen Dollar für das letzte Jahr vorgesehen – nun werden es mehr als dreimal so viel sein.

Fokus auf Amazons Graviton-Chips und KI-GPUs

Ein zentraler Bestandteil der neuen Vereinbarung ist der verstärkte Einsatz von Amazons Graviton-Prozessoren. Diese auf ARM-Architektur basierenden Chips sind Amazons eigenentwickelte Server-CPUs und gelten als energieeffizienter und kostengünstiger als herkömmliche x86-Prozessoren von Intel oder AMD.

Darüber hinaus will Snowflake vermehrt auf grafische Prozessoren (GPUs) für KI-Anwendungen in der AWS-Cloud setzen. Damit reagiert Snowflake auf den wachsenden Bedarf an KI-fähiger Infrastruktur: Agentische KI-Anwendungen – also KI-Agenten, die selbstständig Aufgaben erledigen – benötigen enorme Rechenleistung für die Datenverarbeitung und -orchestrierung.

Snowflake übertrifft Erwartungen mit starken Quartalszahlen

Der AWS-Deal kam gleichzeitig mit den Finanzergebnissen für das erste Geschäftsquartal 2027 (per 30. April 2026) bekannt. Snowflake übertraf die Analystenerwartungen deutlich:

  • Umsatz: 1,39 Milliarden Dollar (+33 % im Vorjahresvergleich)
  • Erwartung: 1,32 Milliarden Dollar
  • Adjusted EPS: 0,39 Dollar
  • Erwartung: 0,32 Dollar
  • Produktumsatz-Prognose Q2: 1,415–1,420 Milliarden Dollar

Die Snowflake-Aktie sprang nach Bekanntgabe der Zahlen um bis zu 36 % im nachbörslichen Handel. Das Unternehmen hat damit seine Marktkapitalisierung auf über 60 Milliarden Dollar gesteigert.

Übernahme von KI-Startup Natoma

Zusätzlich zum AWS-Deal gab Snowflake die geplante Übernahme des KI-Startups Natoma bekannt. Natoma entwickelt Technologie für sichere Konnektivität im Unternehmensumfeld – eine wichtige Komponente für den Einsatz von KI-Agenten in geschlossenen, geschützten Umgebungen. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt.

Was bedeutet der Deal für die Cloud-Branche?

Der Snowflake-AWS-Deal ist mehr als nur eine große Zahl – er ist ein Signal für den gesamten Cloud-Markt. Zum einen zeigt er, dass Unternehmen weiter massiv in Cloud-Infrastruktur investieren, auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Zum anderen unterstreicht er den Trend zu proprietären Chips: Amazon setzt mit Graviton und Trainium seinen eigenen Hardware-Ökosystemen durch, während Kunden wie Snowflake zunehmend auf diese Alternativen umsteigen.

Meta hatte bereits im April 2026 angekündigt, auf Hunderttausende von Graviton-Chips zurückzugreifen – ein weiterer Beweis für den Siegeszug der ARM-basierten Server-Prozessoren in der Cloud. Google und Microsoft haben ebenfalls eigene ARM-Chips entwickelt, doch Amazon bleibt mit Graviton der Vorreiter.

Weitere IT-News der Woche

Auch andere Tech-Giganten sorgten in der Woche vom 27. Mai 2026 für Schlagzeilen:

  • Salesforce Summer ’26 Release: Salesforce kündigte sein neues Release an, das am 15. Juni 2026 verfügbar wird. Im Mittelpunkt steht die „Agentic Enterprise“ – die nahtlose Zusammenarbeit von Menschen und KI-Agenten. Highlights sind Multi-Agent-Orchestrierung in Agentforce, Tableau MCP für KI-gestützte Datenanalyse und Slack-First-Workflows.
  • NVIDIA investiert in Photonics: NVIDIA hat in den letzten drei Monaten mindestens 6,5 Milliarden Dollar in Unternehmen investiert, die an photonischer Datenübertragung arbeiten. Mit Licht statt Strom sollen zukünftige KI-Rechenzentren energieeffizienter werden – eine Technologie, die ab 2028 flächendeckend zum Einsatz kommen könnte.
  • Google I/O-Nachlese: Die Ankündigungen der Google I/O 2026 (vor zwei Wochen) bleiben aktuell: Flash 3.5, erweiterte Gemini-Integrationen und neue KI-Tools für Entwickler halten die Branche in Atem.

Fazit

Die IT-Woche vom 27. Mai 2026 zeigt: Der Cloud- und KI-Markt wächst ungebrochen weiter. Mit dem 6-Milliarden-Dollar-Deal zwischen Snowflake und AWS setzt ein weiterer Branchenriese auf massiven Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur – und auf proprietäre KI-Chips. Unternehmen, die noch zögern, ihre IT in die Cloud zu verlagern, riskieren, den Anschluss zu verlieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass KI nicht mehr nur ein Buzzword ist, sondern konkrete Investitionen und strategische Partnerschaften antreibt.

Quellen

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