Siemens: 300 Mio. € für Rechenzentren
Siemens erweitert seine deutsche Fertigung von elektrischen Schaltanlagen und investiert dafür 300 Millionen Euro in die Region Frankfurt. Ein neues Zulieferwerk im benachbarten Offenbach sowie Erweiterungen der beiden bestehenden Frankfurter Werke sollen den Rechenzentrum-Boom begleiten.
Investition in Rechenzentrums-Infrastruktur
Die Bauarbeiten beginnen laut Siemens im Juli 2026. Der Hintergrund: Der Rechenzentrum-Boom durch KI-Anwendungen treibt die Nachfrage nach elektrischer Infrastruktur auf Rekordniveau. Siemens als einer der führenden Anbieter von Schaltanlagen und Stromverteilungssystemen rüstet sich für die kommenden Jahre.
Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung
Die Bundesregierung hatte im März 2026 ihre Rechenzentrumsstrategie beschlossen. Ziel: Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 mindestens verdoppelt, die Kapazitäten für KI und High-Performance-Computing vervierfacht werden. Bundesdigitalminister Wildberger betonte: „Jedes neue Rechenzentrum stärkt unsere digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit.“
Die Strategie umfasst 28 Maßnahmen in drei Handlungsfeldern: Energie und Nachhaltigkeit, Standort und Fläche sowie Technologie und Souveränität. Alle Maßnahmen sollen innerhalb der nächsten 12 Monate gestartet werden.
Microsoft investiert ebenfalls in NRW
Auch Microsoft baut seine Rechenzentrumspräsenz in Deutschland aus. Im Juli 2026 kündigte das Unternehmen einen zusätzlichen Rechenzentrumsstandort in Grevenbroich (NRW) an. Die Rechenzentren der nächsten Generation nutzen ein neues Kühlkonzept, das speziell für KI-Workloads entwickelt wurde und ohne Wasserverdunstung auskommt.
KI-Boom treibt Strombedarf
Das Uptime Institute prognostiziert, dass sich der Stromverbrauch allein für generative KI-Anwendungen bis Ende 2026 verdoppeln und die Marke von 10 Gigawatt global überschreiten wird. Goldman Sachs schätzt, dass der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 um 165 Prozent steigen könnte.
Die extreme thermische Last macht eine wirtschaftlich sinnvolle Adaption vieler Bestandsbauten unmöglich. Rechenzentren werden nicht mehr nachträglich für KI „ertüchtigt“, sondern von Grund auf als „AI-ready“ konzipiert.
Quellen
- Finanznachrichten: Siemens investiert 300 Mio. Euro
- BMD: Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung
- Microsoft: Rechenzentrum Grevenbroich
Stand: Juli 2026
Kommentar abschicken