Mount Points in /etc/fstab unter Debian 13 einrichten

Diese Anleitung beschreibt die Einrichtung von Mount Points in der /etc/fstab unter Debian 13, mit Fokus auf NFS- und SMB/CIFS-Freigaben.


Voraussetzungen

  • Debian 13 Installation
  • Root- oder sudo-Rechte
  • Für NFS: nfs-common Paket installiert (apt install nfs-common)
  • Für SMB/CIFS: cifs-utils Paket installiert (apt install cifs-utils)

Grundlagen der /etc/fstab

Die Datei /etc/fstab (file systems table) enthält die Konfiguration für Dateisysteme, die beim Systemstart automatisch gemountet werden sollen.

Syntax

# <Dateisystem> <Mountpunkt> <Typ> <Optionen> <Dump> <Pass>
server:/export /mnt/nfs nfs defaults,_netdev 0 0

Erklärung der Felder

Feld Beschreibung
1. Dateisystem Gerät, UUID, Label oder Netzwerkpfad
2. Mountpunkt Verzeichnis, wohin gemountet wird
3. Typ Dateisystemtyp (nfs, cifs, ext4, etc.)
4. Optionen Mount-Optionen (defaults, _netdev, etc.)
5. Dump Backup-Flag (0 = ignorieren, 1 = backup)
6. Pass fsck-Reihenfolge (0 = nicht prüfen, 1 = root, 2 = andere)

Methode 1: NFS Mount einrichten

Schritt 1: Voraussetzungen prüfen

Installiere das nfs-common Paket:

sudo apt update
sudo apt install nfs-common

Schritt 2: Verfügbare NFS-Exports anzeigen

Zeige alle vom NFS-Server exportierten Verzeichnisse an:

showmount -e nfs-server.example.com

Schritt 3: Mount-Verzeichnis erstellen

sudo mkdir -p /mnt/nfs-share
sudo chmod 755 /mnt/nfs-share

Schritt 4: Eintrag in /etc/fstab

Öffne die fstab mit einem Editor:

sudo nano /etc/fstab

Füge folgende Zeile hinzu:

# NFS Mount
nfs-server.example.com:/export/verzeichnis /mnt/nfs-share nfs defaults,_netdev 0 0

Schritt 5: Mount testen

sudo mount -a
df -h | grep nfs

Optionen für NFS

Option Beschreibung
defaults Standard-Optionen (rw,suid,dev,exec,auto,nouser,async)
_netdev Wartet auf Netzwerk, bevor gemountet wird (wichtig für Netzwerk-Dateisysteme)
noauto Nicht automatisch beim Boot mounten
soft Weicher Mount (gibt bei Fehlern nach Timeout auf)
hard Harter Mount (wartet unendlich auf Server-Antwort)
intr Erlaubt Unterbrechung bei hartem Mount (empfohlen)
rsize=8192,wsize=8192 Puffergröße für Lese-/Schreiboperationen
timeo=14 Timeout in Zehntelsekunden
retrans=2 Anzahl der Wiederholungsversuche
nolock Kein File-Locking (bei älteren Servern nötig)

Beispiel mit erweiterten Optionen

# NFS mit Performance-Optimierung
nfs-server:/data /mnt/nfs nfs soft,intr,rsize=8192,wsize=8192,_netdev 0 0

Methode 2: SMB/CIFS Mount einrichten

Schritt 1: Voraussetzungen prüfen

Installiere cifs-utils:

sudo apt update
sudo apt install cifs-utils

Schritt 2: Mount-Verzeichnis erstellen

sudo mkdir -p /mnt/smb-share
sudo chmod 755 /mnt/smb-share

Schritt 3: Credentials-Datei erstellen

Erstelle eine Datei mit den Anmeldedaten (sicherer als direkte Angabe in fstab):

sudo nano /root/.smbcredentials

Inhalt:

username=dein_benutzername
password=dein_passwort
domain=deine_domain

Rechte setzen:

sudo chmod 600 /root/.smbcredentials

Schritt 4: Eintrag in /etc/fstab

Öffne die fstab:

sudo nano /etc/fstab

Füge folgende Zeile hinzu:

# SMB/CIFS Mount
//windows-server/share /mnt/smb-share cifs credentials=/root/.smbcredentials,_netdev,iocharset=utf8,uid=1000,gid=1000,file_mode=0644,dir_mode=0755 0 0

Schritt 5: Mount testen

sudo mount -a
df -h | grep smb

Optionen für SMB/CIFS

Option Beschreibung
credentials= Pfad zur Datei mit Benutzername/Passwort
username=,password= Direkte Angabe (unsicher, nicht empfohlen)
_netdev Wartet auf Netzwerk vor dem Mount
iocharset=utf8 UTF-8 Zeichensatz für Dateinamen
uid=1000 Eigentümer der gemounteten Dateien (User-ID)
gid=1000 Gruppe der gemounteten Dateien (Group-ID)
file_mode=0644 Berechtigungen für Dateien
dir_mode=0755 Berechtigungen für Verzeichnisse
vers=3.0 SMB-Version erzwingen (1.0, 2.0, 2.1, 3.0, 3.1.1)
sec=ntlmssp Sicherheitsmodus (ntlm, ntlmv2, ntlmssp, krb5)
noexec Ausführung von Binärdateien verhindern
nosuid SUID/SGID Bits ignorieren

Beispiel für Windows-Share mit Domain

//server.domain.local/share /mnt/windows cifs credentials=/root/.smbcredentials,_netdev,iocharset=utf8,sec=ntlmssp,uid=1000,gid=1000 0 0

Beispiel für älteren SMBv1-Server (unsicher!)

//alter-server/share /mnt/legacy cifs credentials=/root/.smbcredentials,_netdev,vers=1.0,uid=1000 0 0

Warnung: SMBv1 ist unsicher und sollte nur in isolierten Netzwerken verwendet werden!


Alternative: Automount mit systemd

Für flexiblere Konfiguration kannst du systemd mount units verwenden:

Beispiel: NFS Automount

sudo systemctl edit --force --full mnt-nfs-share.mount

Inhalt:

[Unit]
Description=NFS Share Mount
After=network.target

[Mount]
What=nfs-server:/export
Where=/mnt/nfs-share
Type=nfs
Options=_netdev,soft,intr

[Install]
WantedBy=multi-user.target

Aktivieren:

sudo systemctl enable mnt-nfs-share.mount
sudo systemctl start mnt-nfs-share.mount

Fehlerbehebung

Problem: Mount funktioniert nicht beim Boot

Ursache: Netzwerk ist noch nicht verfügbar.

Lösung: Option _netdev hinzufügen, systemd wartet dann auf Netzwerk.

Problem: Berechtigungsfehler bei SMB

Lösung:

  • Prüfe die Credentials-Datei (cat /root/.smbcredentials)
  • Rechte prüfen: ls -la /root/.smbcredentials sollte 600 zeigen
  • Domain-Parameter prüfen (oft domain=WORKGROUP oder domain=.)
  • Sicherheitsmodus versuchen: sec=ntlmssp oder sec=ntlmv2

Problem: NFS hängt bei Dateizugriff

Lösung: Weichen Mount verwenden:

nfs-server:/export /mnt/nfs nfs soft,intr,_netdev 0 0

Problem: Umlaute werden nicht korrekt angezeigt

Lösung: Zeichensatz angeben:

  • SMB: iocharset=utf8
  • NFS: iocharset=utf8 oder nfsvers=4.1

Problem: Mount lässt sich nicht lösen

Lösung:

# Sanftes Aushängen
sudo umount /mnt/share

# Bei "device is busy"
sudo umount -l /mnt/share

# Oder
sudo umount -f /mnt/share

Sicherheitshinweise

Best Practices

  • Immer _netdev für Netzwerk-Dateisysteme verwenden
  • Credentials-Datei mit chmod 600 schützen
  • Keine Passwörter direkt in /etc/fstab schreiben
  • NFS: Auf geschlossene Netzwerke beschränken (kein Internet)
  • SMB: Nie SMBv1 verwenden (außer absolut nötig)
  • Firewall-Regeln für NFS/SMB Ports prüfen

Wichtige Ports

Dienst Ports
NFS 2049 (TCP/UDP), 111 (RPC)
SMB/CIFS 445 (TCP), 139 (NetBIOS)

Zusammenfassung

Typ Anwendungsfall Paket
NFS Linux-zu-Linux Shares, performant, Unix-Berechtigungen nfs-common
SMB/CIFS Windows Shares, kompatibel, einfache Authentifizierung cifs-utils

Offizielle Quellen